Judenstraße: Was kommt nach der Halle?
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Auszüge des GrenzEcho-Artikels:
Die Lagerhalle neben dem Parkplatz an der Judenstraße wird dichtgemacht. Die bisherigen Nutzer, diverse Karnevalsgruppen, müssen die Halle notgedrungen verlassen. "Aus Sicherheitsgründen konnten wir das nicht mehr so laufen lassen", sagt Schöffe Fabrice Paulus (CSP).
Seinen Amtsvorgängern einen direkten Vorwurf machen möchte Fabrice Paulus nicht, allerdings wäre es seiner Meinung nach besser gewesen, wenn man in den vergangenen Jahren keine neuen Nutzer in die marode Halle gelassen hätte.
„Besser wäre es sicherlich gewesen, die Nutzung langsam ausklingen zu lassen, anstatt noch neue Gruppen reinzulassen“, findet er. Nun musste man notgedrungen einen harten Schnitt machen.
Am Mittwoch tauschten sich die Stadtverantwortlichen mit Vertretern der betroffenen Vereine zu dieser Thematik aus. In den kommenden Wochen werden weitere Gespräche stattfinden, um eine neue Bleibe für die Vereine zu finden. Man habe zudem festgehalten, die Vereine aktiv in die Lösungsfindung einzubinden. Sollte es Ortstermine etc. geben, werden wir Vertreter der Vereine mitnehmen, um sicher zu gehen, dass das, was wir vorhaben, auch für sie funktioniert“, so der Kulturschöffe Pommé.
Und wie geht es nun weiter an der Judenstrasse?
„Verkaufen wollen wir das Gelände jedenfalls nicht“, so der Finanzschöffe Paulus. Denkbar wäre beispielsweise, die Fläche vor der Halle offiziell in Parkplätze umzuwandeln. „Das würde die Situation im Bergviertel sicherlich etwas entzerren, da Parkraum ja dort derzeit schon knapp ist“, gibt er zu bedenken.
Auf lange Sicht soll das Areal aber zu mehr entwickelt werden als einer reinen Fahrzeugabstellfläche. „Es soll hier schon ein Mehrwert für das Bergviertel geschaffen werden“, blickt er voraus. Das könne eine Grünfläche sein oder auch ein öffentliches Wohnungsbauprojekt. Letzteres würde dann lediglich auf einem Teilstück realisiert werden, keinesfalls das gesamte Gelände „vereinnahmen“. „Es soll da keineswegs die Häuserzeile an der Straße geschlossen werden“, unterstreicht Fabrice Paulus: „Andernfalls könnten wir auch das Ganze an einen Immobilienpromotor verkaufen.“ Und genau das strebe man eben nicht an.
Dass es nicht an Interesse für die Fläche mangele, ist derweil kein Geheimnis. Das „Problem“: Das Areal gehört nicht einem einzigen Eigentümer, sondern ist in mehrere Grundstücke aufgeteilt. Einige gehören der Stadt Eupen, das zentral gelegene einer Privatperson und ein weiteres dem Wasserwerk. Das macht die vollständige Erschließung zu keinem ganz so einfachen Unterfangen.
Die Karten könnten zudem neu gemischt werden, wenn das Wasserwerk eines Tages seinen Standort verlassen sollte, der im hinteren Bereich des Areals liegt. Sollte das Wasserwerk aber in Zukunft wegziehen und einen Verkauf anstreben, würde man als Stadt gerne die Gelegenheit beim Schopf packen und „zuschlagen“. „Denn das wäre insbesondere für die Entwicklung des Kolpinghauses Gold wert“, ist der für städtische Immobilien zuständige Schöffe überzeugt.
Die aktuelle Verkehrssituation rund um das Kolpinghaus sei „aus der Zeit gefallen“. „Der Eingang an der Bergstraße ist für Fußgänger noch attraktiv, für Autofahrer aber sicherlich nicht. Wenn es einen anderen Zugang von hinten gäbe, wäre das ein großes Plus. Auch Lieferanten können den Saal des Kolpinghauses bislang nur über das Grundstück des Wasserwerks ansteuern – das geschieht auf Duldung“, erklärt er. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund sei der Verkauf des städtischen Grundstücks kein wirkliches Thema. „Das wäre ein Fehler. Wir wollen uns diese Option nicht nehmen, auch wenn wir bei einem Verkauf womöglich einige Hunderttausend Euro einnehmen könnten“, stellt der CSP-Politiker klar.
Hier der ganze GE-Artikel.











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